Wirtschaft

Feldversuch für Pflege-App gestartet

Digitale Patientenakte agneszwei

Alle Patientendaten auf einen Blick: Digitaler Arzthelfer im Test.

Quelle: BVMed

Die elektronische Patientenakte als App auf einem Tablet-PC soll zukünftig die Pflege von Patienten verbessern und dem Arzt die alltägliche Arbeit erleichtern. Der mobile Arzthelfer „agneszwei“ wurde von Wissenschaftlern der Technischen Universität Berlin in Kooperation mit Krankenkassen entwickelt. Seit Mitte August sind im Land Brandenburg geschulte medizinische Fachkräfte unterwegs, um die elektronischen Helfer im Feldversuch zu testen.

Ob für Smartphone oder Tablet-PC – täglich kommen hunderte neue Apps auf den Markt. Auch im Gesundheitswesen sind solche IT-Lösungen seit langem unverzichtbar. Die Programme sollen vor allem die Arbeit von Pflegepersonal und Ärzten erleichtern. Die Applikation "agneszwei" wurde im Rahmen des Kompetenzzentrums digitale Präventionsassistenz (KoPra) von der TU Berlin in Zusammenarbeit mit der AOK Nordost und dem AOK-Bundesverband speziell für den Einsatz von sogenannten agneszwei-Fachkräften entwickelt. "agneszwei"- steht für "arztentlastende medizinische Fachangestellte zur Gewährleistung einer nachhaltig effizienten Patientenbetreuung mit Spezialausbildung im Fallmanagement“. Schnell und einfach sollen ambulante Pflegekräfte als "Fallmanager“ bei der Kontrolle der verordneten Arznei-, Hilfs- oder Heilmittel, aber auch bei der Koordinierung der Arzttermine des Patienten unterstützt werden. Des Weiteren hilft die App bei der Dokumentation von Blutdruckmessungen, der Blutentnahme und der Wundkontrolle. Als Entlastung für den Arzt ermöglicht die Software auch, Termine zu koordinieren, Formulare auszufüllen und auszudrucken. "Durch den Fallmanager kann sich der Mediziner auf Diagnose und Therapie konzentrieren, die App unterstützt dabei“, erläutert KoPra-Chef Andreas Rieger.

Vor zwei Jahren wurde die Idee dazu geboren – als Weiterentwicklung eines bewährten Projektes mit dem Namen AGnES, das bereits vor einigen Jahren im Rahmen der Initiative „Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg“ (IGiB GbR) von der KV Brandenburg, AOK Nordost und BARMER GEK in Brandenburg ins Leben gerufen wurde. Ziel: Auf der Basis von Telemedizin die Zusammenarbeit von Ärzten und Gemeindeschwestern in medizinisch unterversorgten Gebieten zu verbessern. 

Seit Mitte August wird der elektronische Helfer im Land Brandenburg getestet. Sechs Krankenschwestern und andere medizinische Fachkräfte erproben in den kommenden zweieinhalb Monate die neue App, darunter auch in der Arbeit mit multimorbiden Patienten. "Wir wollen sehen, inwiefern App und Tablet-PC hier tatsächlich helfen“, sagt Rieger. Nach erfolgreichem Abschluss des Feldversuches soll die App "agneszwei" im Land Brandenburg flächendeckend eingesetzt werden – nicht nur in ländlichen Regionen, sondern auch in Einzel- und Gemeinschaftspraxen sowie Medizinischen Versorgungszentren, Ärztehäusern oder Ärztnetzen. Eine bundesweite Anwendung ist nach Angaben von Claudia Hodurek, Pressesprecherin der zuständigen Fakultät an der TU Berlin, bisher nicht geplant.

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