IT-Messe CeBIT

Datensicherheit und Fachkräftemangel bremsen Digitalisierung

Japan ist das Partnerland der diesjährigen CeBIT. Das ist ziemlich passend: In Sachen Digitalisierung und Informationstechnik, den Trendthemen der CeBIT 2017, ist das asiatische Land in vielen Bereichen Weltspitze.

Quelle: Deutsche Messe Hannover

Deutschland und Japan suchen auf der CeBIT den digitalen Schulterschluss. Zugleich klagt der deutsche Ingenieursverband über zunehmende Engpässe bei der Suche nach IT-Fachkräften. Das bremst die Digitalisierung. Weitere Akzente der IT-Messe mit Bezug zur Medizin: Datensicherheit, Exoskelette und innovative digitale Medizintechnologien. von Tim Gabel

Die Digitalisierung in Deutschland wird durch einen verschärften IT-Fachkräftemangel ausgebremst. Das wurde am ersten Tag der Technologiemesse CeBIT in Hannover deutlich. Der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland hat sich dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zufolge zugespitzt. "Im vergangenen Jahr beklagte nur etwa jeder fünfte Befragte, dass IT-Fachkräfte für große Unternehmen schlecht oder sehr schlecht verfügbar sind - nun sieht es schon fast jeder Dritte so", sagte der zuständige VDI-Manager Dieter Westerkamp. Bei einer neuen Studie zum Thema Digitalisierung stellte sich dabei heraus, dass das Problem anders als früher neben kleinen und mittleren nun auch große Unternehmen betrifft.

Nach eigenen Berechnungen habe es 2016 insgesamt 28 800 offene Stellen für Informatiker gegeben - 23 Prozent mehr als im Schnitt des Vorjahrs. Westerkamp: "Das heißt: Auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen 3,5 offene Stellen." Viele befragte Experten rechnen noch mit einer Verschärfung dieses Engpasses. Damit drohe sich der Trend zu verstetigen, dass IT-Dienstleistungen in Standorte im Ausland verlagert oder aus dem Unternehmen herausgelöst werden.

Die größte Herausforderung beim digitalen Wandel besteht zudem für viele Betriebe nicht so sehr in der technologischen Beherrschbarkeit der Prozesse, sondern bei der Entwicklung und Umsetzung geeigneter neuer Geschäftsmodelle. International habe Deutschland dabei einen deutlichen Nachholbedarf, warnte der VDI. Deutschland und Japan suchen auch in diesem Bereich den digitalen Schulterschluss. In einer am Sonntag unterzeichneten "Hannover-Deklaration" seien Bereiche der Zusammenarbeit definiert worden, sagte Staatssekretär Matthias Machnig aus dem Bundeswirtschaftsministerium auf der CeBIT. Dazu gehörten neben dem autonomen Fahren die künstliche Intelligenz oder die Datenanalytik. "Japan und Deutschland gehen einen ähnlichen Weg in der Digitalisierung", betonte Machnig.

Jeder vierte der weltweit führenden Technologiekonzerne habe seinen Sitz in Japan, das Land sei im internationalen vergleich eine der führenden Nationen bei der Digitalisierung. Das gelte auch beim demografischen Wandel, der das asiatische Land früher als Deutschland zur Suche nach Lösungen - etwa durch Pflege-Roboter - gezwungen habe.

Roboter sind ein weiteres Trendthema. Ob humanoid oder Industriehelfer: Sie ermöglichen es, in neue Dimensionen vorzustoßen. Das gilt auch für Exoskelette - Anzüge, mit denen man schwere Lasten heben oder auch Querschnittsgelähmte gehen lassen kann. Das Bundesforschungsministerium und Vodafone zeigen einige Modelle.

Fujitsu will die Sparacherkennung revolutionieren und damit auch Gehörlosen helfen - mit "Live-Talk", einem Spracherkennungssystem, das das Gesagte in 19 Sprachen simultan übersetzt. Angezeigt wird das Ergebnis auf Smartphone oder Tablet. Deutsch muss das System noch etwas üben. Fujitsu-Chef Masami Yamamoto betonte, dass der Mensch bei allen technologischen Umbrüchen im Fokus bleiben müsse. Beim digitalen Wandel seien unter anderem ein großer gesellschaftlicher Konsens nötig, aber auch ein Ausbau der Sensorproduktion, Energieeinsparungen, eine Standardisierung bei der Datennutzung sowie eine ausgewogene Balance aus Datenschutz und freiem Datenverkehr.

Sicherheit bei der Datennutzung gewinnt zu Zeiten von Big Data enorm an Bedeutung. Viele Unternehmen zeigen, wie wichtig der Schutz sensibler Daten ist. Das gilt nicht nur in der Industrie, sondern auch der Medizin, wo die Berliner Charité künftig auf die digitale Übermittlung wichtiger Patientendaten wie Gewicht, Blutdruck oder Temperatur setzt. Ihre Herangehensweise stellen die Berliner auf der Cebit vor.

Mehr im Internet:

CeBIT Homepage

@Medizintechnologie.de/ga/mit dpa

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