OP-System

Neuartige Angiographie-Plattform optimiert Abläufe

Eine Frau in OP-Kleidung mit Mundschutz und Haube bedient ein Touch-Pad. Im Hintergrund steht ein Mann, ebenfalls in OP-Kleidung, der ein medizintechnisches Gerät in der Hand hält und dabei auf einen Bildschirm mit mehreren medizinischen Ansichten schaut.

„Azurion“ soll laut Herstellerangaben die Arbeit von Ärzten und klinischem Personal er-leichtern und für effizientere Abläufe rund um den Eingriff sorgen.

Quelle: Philips

Royal Philips hat im Februar die Angiographie-Plattform Azurion auf den Markt gebracht. Das Unternehmen spricht von der wichtigsten Produkteinführung seiner Geschichte im Bereich der bildgeführten Therapiesysteme. In der siebenjährigen Entwicklungszeit arbeitete der Technikkonzern eng mit Kliniken zusammen, um Azurion optimal an die Marktanforderungen anzupassen. Das System soll für effizientere Abläufe sorgen und die Behandlung verbessern. von Anja Speitel

Kleine Schnitte, weniger Risiken und Schmerzen, schnellere Genesung – katheterbasierte Eingriffe gewinnen gerade vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung zunehmend an Bedeutung. Doch mit steigender Patientenanzahl, die etwa bei Gefäßveränderungen, Herzerkrankungen oder Tumoren minimal-invasiv mit Hilfe von Bildgebungsverfahren behandelt wird, wächst auch der Druck auf die OP-Teams. Die neuartige Angiografie-Plattform „Azurion“ von Philips soll die Arbeit von Ärzten und klinischem Personal erleichtern, für effizientere Abläufe rund um den Eingriff sorgen, so die Behandlung optimieren und die Patientensicherheit erhöhen.

Enge Zusammenarbeit mit Anwendern

Sieben Jahre lang hat Philips an seiner neuen Angiographie-Plattform getüftelt. Dabei wurden die Anwender von Anfang an mit in die Entwicklung einbezogen: Radiologen, Kardiologen, Gefäßchirurgen, Neuroradiologen, Assistenzpersonal sowie Klinik-Manager weltweit gaben regelmäßig Feedback, auch in Bezug darauf, wie sich die klinische Routine verändert und welche Verbesserungen sie sich wünschen.

„Bislang wurden viele Arbeiten während eines Eingriffs, etwa die Vermessung von Gefäßengstellen oder die Sichtung zuvor erstellter MRT- oder CT-Aufnahmen im Kontrollraum durchgeführt“, erklärt Simon Fricke, Product Manager Image Guided Therapy Systems bei Philips DACH. „Mit Azurion können nun alle erforderlichen Anwendungen direkt durch den Arzt im Untersuchungsraum per intuitiv zu bedienendem Touchscreen durchgeführt werden. Sämtliche relevanten Informationen laufen auf einem 58-Zoll-Großmonitor zusammen.“ MRT-, Ultraschall- oder CT-Aufnahmen können nicht nur angezeigt und nachverarbeitet, sondern mit den von Azurion erstellten Röntgenbildern fusioniert werden. Auch kann der Arzt direkt am Untersuchungstisch Röntgenaufnahmen per Fingergestik zoomen oder die Bildparameter ändern. „Dadurch, dass der Arzt jetzt die uneingeschränkte Kontrolle am Behandlungstisch hat und den Raum nicht mehr wechseln muss, verkürzen sich Eingriffszeiten, und die Hygienerisiken verringern sich“, fasst Fricke zusammen.

Standardisierung reduziert Fehlerquellen

Mehr Patientensicherheit kommt auch durch eine Standardisierung von Prozessen zustande: Digitale Checklisten unterstützen das klinische Personal bei der Vorbereitung des Eingriffs. Zudem kann Azurion über sogenannte „ProcedureCards“ auf den jeweiligen Eingriff voreingestellt werden. „Behandelt der Arzt Herzkranzgefäße, braucht er andere Bildinformationen als bei einer Herzklappe“, führt Fricke als Beispiel an. „Für die entsprechende Prozedur richtet sich das System automatisch anhand von Prozedur-Codes aus: Es wählt die optimalen Aufnahmeparameter und gestaltet das Layout auf Touchscreen und Monitoren mit den für den jeweiligen Eingriff relevanten Informationen.“ All das optimiert nicht nur den Workflow und steigert die Effizienz, sondern hilft auch, Behandlungsfehler zu vermeiden.

Dosismanagement auf höchstem Niveau

Dank der von Philips entwickelten „ClarityIQ“-Technologie lässt sich die Strahlenbelastung um bis zu 75 Prozent reduzieren, ohne an Bildqualität einzubüßen. Auch am Kontrastmittel kann gespart werden. „Das optimierte Dosismanagement wurde bereits in klinischen Studien mit circa 4.000 Patienten nachgewiesen“, sagt Fricke. Auch will Philips wissenschaftlich eruieren, welche Effizienzsteigerung sich mit Azurion erreichen lässt.

Optimierungen sind auch weiterhin möglich: Durch das eigens für Azurion entwickelte Betriebssystem Connect OS können zukünftige Neuerungen per Software-Updates schnell implementiert werden. Zudem kann Azurion auch um Hardware erweitert werden, um sich veränderten Gegebenheiten anpassen.

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