Carl Zeiss Meditec AG

Jenaer Medizintechnik wächst ordentlich

Wachsendes Geschäft: Immer mehr Patienten werden gelasert und erhalten neue Linsen.

Quelle: Carl Zeiss

Die Carl Zeiss Meditec AG wird dieses Jahr wieder Bestmarken erreichen. Anfang dieser Woche legte der Konzern seine Zahlen aus dem 3. Quartal vor. Derweil brodelt die Gerüchteküche um eine Übernahme. von Matthias Lehmphul

Bereits Anfang des Jahres glänzte die Medizintechnik-Sparte des Zeiss Gesamtkonzerns mit tollen Zahlen. Dieser Trend hält auch nach drei Quartalen an. Der Umsatz des Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent auf 864,7 Millionen Euro. Insgesamt schnellte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um ein Fünftel auf 132,6 Millionen Euro in die Höhe. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 92,5 Millionen Euro - gut ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesellschaft profitierte dabei auch von Verkaufserlösen und Kursgewinnen bei Wechselkursabsicherungen.

Steigende Nachfrage nach Lasern und Linsen

Diese Quartalszahlen belegen, dass Ende dieses Geschäftsjahres die Zeiss Meditec AG im Ergebnis wieder Bestmarken erreichen wird. „Wir sind auf bestem Weg, unsere Umsatzprognose für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte Ludwin Monz, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG, am vergangenen Montag in Jena. So soll der Jahresumsatz bei 1,15 bis 1,2 Milliarden Euro liegen. Die Ebit-Marge soll sich für dieses Geschäftsjahr innerhalb der auch mittelfristig gültigen Bandbreite von 13 bis 15 Prozent bewegen.

Der Grund für das boomende Geschäft liegt vor allem an der weltweit steigenden Nachfrage nach Lasern und Linsen. „Unser Geschäft wächst stark in Asien, aber auch in den Industrieländern, wo die Bevölkerung altert“, sagte Monz. Die Absatzmärkte in China und Indien wiesen hohe Wachstumsraten auf. Auch die Absatzmärkte in den USA und Brasilien entwickelten sich nach eigenen Angaben positiv für den Konzern. Anhaltend schwach verlaufe das Geschäft in Großbritannien, Südeuropa und im Mittleren Osten.

Übernahmegerüchte köcheln

Übernahmegerüchte wollte der Vorstand am Montag nicht bestätigen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuletzt berichtet, dass die im TecDAX notierte Gesellschaft am US-Unternehmen Bausch & Lomb interessiert sei. Die Transaktion habe der Agentur zufolge ein Volumen von umgerechnet etwa 1,7 Milliarden Euro. Das Unternehmen gehört dem kanadischen Pharmariesen Valeant. Dieser verkaufte eine Reihe von Geschäften, um Schulden zu begleichen. Ihr Vorstandschef Joe Papa winkte allerdings an diesem Mittwoch via Bloomberg ab. Er werde derzeit kein Unternehmen mehr abstoßen, zitierte ihn die Nachrichtenagentur. Monz selbst kippte im Mai Öl in das Gerüchtefeuer über strategische Zukäufe. „Wir schauen uns nach entsprechenden Möglichkeiten um.“ Zukäufe seien neben Wachstum aus eigener Kraft Teil der Strategie, erklärte er.

Trotz eines ordentlichen Wachstums verliert die Aktie seit Juni kontinuierlich leicht an Wert. Berenberg-Analyst Scott Bardo sprach allerdings von ordentlichen Zahlen mit einem guten organischen Wachstum. Betrachtet man die Kurve des Wertpapieres auf dem TecDax, wird einem auch klar, warum er das so entspannt sagen kann: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich der Aktienwert mehr als verdoppelt.

© Medizintechnologie.de/dpa