Zeiss Meditec Jahresabschluss 2017

Das Geschäft in China brummt

Blick in einen spärlich erleuchteten Operationssaal. Vorn links an der Seite hängt ein Bildschirm, ein Operateur schaut durch eine Art Teleskop.

Wie auch in den Vorjahren erreichte die Geschäftseinheit Ophthalmic Devices in 2016/2017 die höchsten Wachstumsraten.

Quelle: Carl Zeiss Meditec AG

Das Geschäft des Jenaer Augenspezialisten wächst kräftig weiter – vor allem in Asien. Zufrieden zeigte sich der Vorstand auch mit der Entwicklung in Amerika. Etwas zurückhaltender war die Aussage zu den Kernmärkten in Europa. von Matthias Lehmphul

„Wir haben weitere Marktanteile gewonnen und den oberen Rand unserer Prognose von 1.150 - 1.200 Millionen Euro Umsatz erreicht“, sagte Ludwin Monz, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG am vergangenen Freitag in Jena. Der Medizintechnikhersteller präsentierte seinen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2016/2017. Demnach stieg der Umsatz der Carl Zeiss Meditec AG um 9,3 Prozent auf 1.189,9 Millionen Euro (Vorjahr: 1.088,4 Millionen Euro). Die EBIT-Marge konnte gegenüber dem Vorjahr weiter gesteigert werden.

„Sehr zufrieden sind wir mit dem stetig steigenden Anteil fallzahlenabhängiger Umsätze, die im abgeschlossenen Geschäftsjahr bereits 33 Prozent unseres gesamten Umsatzes ausmachten. Zudem konnten wir erneut wesentliche Innovationen in den Markt einführen.“

Wie auch in den Vorjahren erreichte die Geschäftseinheit Ophthalmic Devices die höchsten Wachstumsraten. Diese erwirtschaftete einen Umsatz von 880,5 Millionen Euro (Vorjahr: 791,9 Millionen Euro). Das entspricht einem Wachstum von 11,2 Prozent. Insbesondere das Geschäft mit Refraktiven Lasern läuft nach Angaben der Geschäftsführung prima. Aber auch Geräte und Verbrauchsmaterialien für die Kataraktchirurgie verkaufen sich gut. Die Geschäftseinheit Microsurgery machte einen Umsatz von 309,4 Millionen Euro (Vorjahr:  296,5 Millionen Euro). Das entspricht einem Wachstum von 4,4 Prozent. 

Zweistellige Zuwachsraten in Asien

Asien und Pazifik ist zusammen die umsatzstärkste Region und legte 2017 noch einmal ordentlich zu. Der Umsatz lag bei 448,2 Millionen Euro und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 381,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 17,4 Prozent. Ein Großteil des Zuwachses kam aus dem chinesischen Markt sowie aus Indien, Südostasien und Südkorea.

Das Geschäft in Afrika, Europa sowie dem Nahen und Mittleren Osten wächst bei Weitem nicht so rasant wie in Asien. Zeiss Meditec machte dort insgesamt einen Umsatz von 363,4 Millionen Euro – 3 Prozent mehr als im Vorjahr (352,7 Millionen Euro).  Nach Angaben des Unternehmens entwickelt sich das Geschäft in den europäischen Kernmärkten „weitestgehend stabil“. Umsatzrückgänge verzeichnete der Medizintechnikhersteller in Großbritannien und in Teilen Südeuropas.

In Nord-, Mittel- und Südamerika stieg der Umsatz um 6,8 Prozent auf 378,2 Millionen Euro (Vorjahr: 354,0 Millionen Euro). Die USA entwickelten sich, eigenen Angaben zufolge, „positiv“. Gegenüber dem Vorjahr beschleunigte sich in Nord- wie Südamerika das Wachstum.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) entwickelte sich mit 180,8 Millionen Euro (Vorjahr: 154,3 Millionen Euro) positiv. Allerdings sei hier ein positiver Sondereffekt aus einem Asset-Verkauf am Unternehmensstandort in Ontario in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro enthalten. Die EBIT-Marge lag bei 15,2 Prozent (Vorjahr: 14,2 Prozent). Die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge erreichte einen Wert von 14,8 Prozent (Vorjahr: 14,7 Prozent).

Der Gewinn pro Aktie (EPS) legte mit 1,57 Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 1,21 Euro zu. Nach Angaben des Unternehmens trugen der operative Gewinnanstieg und positive Ergebnisse aus Währungssicherungsgeschäften, denen im Vorjahr noch Belastungen gegenübergestanden hatten, dazu bei. Die Carl Zeiss Meditec AG erwartet nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2017/18 wie auch „mittelfristig“ eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 14 und 16 Prozent.

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