App iSikCure

Digitaler Marktplatz für Gesundheit

Dr. Moka Lantum (im Bild Mitte) ist Mitgründer von MicroClinic Technologies.

Mit der App iSikCure sollen Gesundheitsdienstleistungen in afrikanischen Ländern zugänglicher werden. Diese Software wurde von dem kenianischen Unternehmen MicroClinic Technologies entwickelt. Bei der Medica App Competition 2017 räumte diese Softwarelösung den ersten Preis ab. von Matthias Lehmphul

„Während in weiten Teilen der Welt mittlerweile fast mehr vom `Internet of things´ geredet wird, sprechen wir vor allem vom `Internet der Personen´“, sagt Moka Lantum, Mitgründer von MicroClinic Technologies. Am vergangenen Mittwoch gewann das kenianische Unternehmen mit der App iSikCure den Medica App Competition Award 2017 vor dem versammelten internationalen Fachpublikum in Düsseldorf.

App soll Zugang zu Medizin und Ärzten erleichtern

Mit ihrem Produkt will das Unternehmen ihren Nutzern vor allem in Afrika ihren Weg zum Gesundheitswesen ebnen. Schätzungsweise zwanzig Prozent aller Haushalte, so Lantum, hätten keinen Zugang zur Medizin oder zu einem Arzt. Und erschwerend kommt hinzu, dass die Menschen in den afrikanischen Staaten meist in bar bezahlten. Mit der App iSikCure soll sich das ändern. Ziel sei es, Patienten und Gesundheitsdienstleister miteinander zu vernetzen.

Die Nutzer bezahlten für Gesundheitsdienstleistungen im Voraus auf ihr App-Konto per Bargeld, Kreditkarte, Gutschriften ihrer Selbsthilfegruppen oder MedCoins, die sie durch Therapietreue erwerben. Die Software nutzt unter anderem LinkedIn als Adressbuch für Ärzte, TripAdvisor als Terminplaner und Amazon als Apotheke. Lantum zufolge sei die App ein digitaler Marktplatz für Gesundheitsdienstleistungen.

Lungenfunktionstest und Rückentherapie auch auf dem Treppchen

Der zweite Platz ging an das Unternehmen NuvoAir. Ihre App Air Smart Spirometer ist, nach eigenen Angaben, das erste Spirometer, welches mit einem Smartphone verbunden ist. Hier messe der Nutzer seine Lungenkapazität selbst. „Ein solcher Spirometer-Test dauert weniger als dreißig Sekunden und ermöglicht die Messung der Lungenfunktion zuhause. Die Daten können per Knopfdruck mit dem Arzt geteilt werden“, sagt Max Ladow, Produktmanager bei NuvoAir. So bekomme der Patient ein verlässliches Bild davon, wie sich die Gesundheit der Lunge entwickelt - und der Arzt, der dem Patienten beiseite steht, erhalte Hinweise zur sinnvollen Ausrichtung der Therapie.

Der dritte Platz ging an die App Kaia aus München. Sie unterstützt Patienten bei ihrer Behandlung von Rückenschmerzen. Während Patienten lange auf therapieplätze warteten, könnten sie digital sofort loslegen. Das koste letztendlich auch weniger, so Maximilian Wühr, Head of Business Development bei Kaia.

Am Mittwoch präsentierten 15 Unternehmen ihre Softwarelösungen in Halle 15. Insgesamt hatten sich 75 Teams dieses Jahr beworben. Eine Fachjury wählte die Teilnehmer für die Endrunde aus. Der 1. Platz wurde mit 2.000 Euro honoriert, der zweite mit 1.000 Euro und der dritte mit 500 Euro.

Mehr dazu im Internet:

App iSikCure

Unternehmen MicroclinicTechnologies

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