Neue Förderrichtlinie

Gesucht: innovative Biomaterialien

Großaufnahme einer Hand. Zwischen Daumen und Zeigefinger steckt ein fein ziseliertes Metallröhrchen.

Biomaterialien kommen in der Medizin häufig zum Einsatz, beispielsweise bei kardiovaskulären Implantaten.

Quelle: Özgür Güvenc / Fotolia

Unternehmen, Hochschulen, forschende Kliniken und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die medizinische Therapien auf Basis innovativer Biomaterialien entwickeln, können sich noch bis zum 15. März 2018 um Förderung im Rahmen deutsch-chinesischer Verbundprojekte bewerben. von Jana Ehrhardt-Joswig

Biomaterialien spielen in der Medizin eine große Rolle, sowohl hinsichtlich medizinischer Geräte als auch bei Implantaten. Zum Einsatz kommen dabei sehr häufig biologisch inerte Metalle, Keramiken und Polymere. Der Forschungsbedarf ist jedoch nach wie vor hoch. Im Fokus stehen die oft noch unzureichende Biokompatibilität und funktionelle Integration, das Abbauverhalten oder die langfristigen mechanischen und strukturellen Eigenschaften. Eine gezielte Funktionalisierung von Biomaterialien durch innovative physikalische, chemische/pharmazeutische oder biotechnologische Modifikationen birgt die Chance, mechanisches Versagen der Implantate, Abstoßungsreaktionen oder Infektionen zu vermeiden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Ministerium für Wissenschaft und Technologie der Volksrepublik China (Ministry of Science and Technology of the People‘s Republic of China, MoST) fördern im Rahmen der „China-Strategie 2015 bis 2020“ des BMBF deutsch-chinesische Verbundprojekte im Bereich der Forschung und Entwicklung von Biomaterialien für medizinische Anwendungen. Auf die Förderrichtlinie können sich klein- und mittelständische Unternehmen (KMU), Großunternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kliniken noch bis zum 15. März 2018 mit ihren Projektskizzen bewerben.

Gefördert werden industriegeführte, vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungs-Verbundprojekte, die sich mit Partnern in der Volksrepublik China zu bilateralen Kooperationen zusammenschließen. Eine Beteiligung akademischer bzw. klinischer Partner ist darüber hinaus erforderlich („2+2“-Prinzip).

Gegenstand der Förderung sind Vorhaben, die erwarten lassen, dass sich die Therapie signifikant verbessert, wenn innovative Biomaterialien zum Einsatz kommen – etwa in der Prothetik, bei Osteosynthesematerialien, dentalen oder orofazialen Materialien, im kardiovaskulären Bereich, bei Hautdurchleitungen und Wundauflagen, bei Implantaten im Bereich Auge und Ohr, an Nervenleitschienen und Neuroprothesen oder auch bei der Freisetzung von Wirkstoffen.

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