Mensch-Technik-Interaktion

Neue BMBF-Fördermöglichkeit für Gründer

Zwei Frauen und ein Mann stehen hinter einem silbernen Gerät mit Rädern, welches an einen Staubsauger erinnert.

Nur sechs Prozent aller Ausgründungen stammen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen. Das Bundesforschungsministerium will das mit einer Fördermaßnahme für Forschungs-Start-ups ändern.

Quelle: Fotolia/Gorodenkoff

Die Zahl der Existenzgründungen ist in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. Das zeigen Studien. Gründer sind für den Transfer von Forschungsergebnissen zentral. Das Bundesforschungsministerium reagiert und fördert Ausgründungen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Das Thema: Mensch-Technik-Interaktion auch im Bereich Gesundheit. von Tim Gabel

Die klassischen Fördermöglichkeiten des BMBF im Bereich Gesundheit und Medizintechnik richten sich meist an bereits etablierte Unternehmen oder Forschungsverbünde. Hier fallen Start-ups durch das Raster, weil Sie keinen Marktzugang haben. Gerade Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen eignen sich aber, um hochwertige Forschungsergebnisse schnell in Produkte zu transferieren, die ins Gesundheitssystem und damit zum Patienten kommen. Bislang stammen nur sechs Prozent aller Gründungen in Deutschland aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Intelligente Implantate, digitale Prävention und assisstierte Pflege

Das BMBF sieht hier Potenzial und will mit der neuen Fördermöglichkeit: „Gründungen: Innovative Start-ups für Mensch-Technik-Interaktion“ Abhilfe schaffen. Gefördert werden Gründungsteams an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Hürden auf dem Weg zur Verwertung sollen damit überwunden werden. Geld gibt es für die Validierung einer Idee und die Entwicklung eines belastbaren Geschäftskonzepts im Bereich Mensch-Technik-Interaktion. Unter diesen Bereich fallen auch Medizinprodukte, die das Zusammenspiel von Mensch und Technik weiter optimieren. Also beispielsweise intelligente Implantate, die interaktiver werden und sich so von ihren Trägern besser kontrollieren lassen. Auch mobile und digitale Technologien zur Prävention oder Innovationen für eine bedarfsgerechte Pflege.

Das BMBF schreibt in seiner Bekanntmachung: Die Förderung zielt darauf, an die Stelle einer starren und mechanischen Funktion eine natürliche und den menschlichen Sinnen entsprechende Interaktion zwischen Mensch und Technik zu setzen." Das BMBF fördert die Entwicklung teilautonomer Systeme, die individuelle Assistenz­aufgaben übernehmen und auch jenseits vordefinierter Kontexte komplexe Situationen bewältigen können. Technik vernetzt sich flexibel über Raum, Zeit, Einsatzbereiche und Personen hinweg und wird damit immer mehr zum verlässlichen Assistenten des Menschen.

Auch bereits bestehende Start-ups können gefördert werden

Die Förderung bemisst sich an den Anforderungen für das jeweilige Projekt, liegt aber maximal bei 400 000 Euro bei einer dreijährigen Laufzeit. Die Förderung steht einerseits geeigneten Forschungsteams zu, die eine Idee zur Ausgründung haben (Modul 1). Zum anderen sollen bereits gegründete junge Start-ups bei Forschung und Entwicklung passgenau gefördert werden (Modul 2). Ziel ist eine maßgeschneiderte Gründungs- und Start-up-Förderung für den Bereich der Mensch-Technik-Interaktion.

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