Medizintechnische Lösungen bei Multimorbidität

 

Das Ziel der Fördermaßnahme ist es, einen aktiven Beitrag im Bereich der medizintechnischen Forschung und Entwicklung (FuE) zu leisten, um die Patientenversorgung zu verbessern, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu steigern, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems auszubauen sowie die Innovationskraft der medizintechnischen Forschung zu stärken. Mit dem Thema "Multimorbidität" greift die Bekanntmachung auch die Forschungsagenda der Bundesregierung zum Thema "demographischer Wandel", insbesondere das Forschungsfeld "Älter werden bei guter Gesundheit" auf. Mit der Fördermaßnahme soll hierbei eine anwendungsnahe sowie am Bedarf ausgerichtete Forschung in einem Themengebiet unterstützt werden, das eine der drängendsten gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen in den Fokus rückt. Die hierfür notwendige Vernetzung der Akteure soll einen Beitrag zur langfristigen Entwicklung der Medizintechnik als Schlüsselbranche für ein integriertes Versorgungsmanagement leisten.

Sichtbare Katheter im MPI zur schonenden Behandlung multimorbider Patienten

Ziel des Vorhabens ist es medizinische Instrumente, wie Katheter für die Magnet-Partikelbildgebung (MPI - ‚magnetig particle imaging‘) sichtbar zu machen. Gerade bei Erkrankungen des Herzkreislaufsystems oder krebsbedingten Erkrankungen müssen häufig eine Vielzahl katheterbasierter Untersuchungen und Therapien durchgeführt werden. Diese stellen für multimorbide Patienten aufgrund der Unverträglichkeit verwendeter Kontrastmittel ein erhebliches Risiko dar.

 

Teilvorhaben:

  1. MPI-sichtbare Polymerkomposit-Systeme - Evonik Creavis GmbH
  2. Neuartige Katheter für die Anwendung im MPI - OSYPKA AG
  3. Erforschung und Etablierung neuer biokompatibler Polymerkomposite und -beschichtungen für die Sichtbarmachung medizinischer Instrumente in Magnetic Particle Imaging - Philips Medical Systems DMC GmbH
  4. Charakterisierung, Detektion & Darstellung von Kathetern im MPI - Universität zu Lübeck

 

Projektsteckbrief

 

 

Intelligente Methoden zur Dosisreduktion für Mehrfachuntersuchungen an multimorbiden Patientengruppen

Ziel des Projektes ist die Erforschung und Entwicklung eines CT Systems mit speziellen Aufnahmeprotokollen, die für jede einzelne Projektion eine beliebige individuelle Dosis bis hin zum vollständigen Abschalten des Röntgenstroms ermöglichen. So kann die Strahlenbelastung gegenüber aktuellen CT-Systemen deutlich reduziert werden. Unser Konzept wird es erlauben, die Vorteile der CT in Bezug auf optimale Orts- und Zeitauflösung für patienten-spezifische Diagnostik zu nutzen.

 

Teilvorhaben:

  1. Aufbau eines CT Demonstrator Systems - Philips Medical Systems DMC GmbH
  2. Mikrosensoreinheit zur Überwachung des Brennflecks - ams Sensors Germany GmbH
  3. Klinische Evaluierung - Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

 

Projektsteckbrief

Erforschung eines schonenden, minimal-invasiven Therapieverfahrens für die präventive und akute Behandlung von Inkontinenz und deren multimorbidem Krankheitsprofil

Im Verbundprojekt Multimorb-INKO wird erstmals ein minimal-invasives Verfahren und Therapiesystem für die zellbasierte Regeneration und Wiederherstellung der Funktion des Harn-röhren-Schließmuskels erforscht. Dazu werden im Projekt speziell für diese Aufgabe geeignete lebende Zellen sowie ein Applikationssystem für den minimal-invasiven Transfer der Zellen durch die Harnröhre in den Harnröhren-Schließmuskel erforscht. Um eine schonende Injektion der lebenden Zellen in den Harnröhren-Schließmuskel zu erzielen, wird ein nadelloses, rein hydraulisches Verfahren realisiert. Im Erfolgsfall liefern die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur schonenden und nachhaltigen Therapie von Harninkontinenz und den aus der Inkontinenz entstehenden Sekundärerkrankungen.

 

Teilvorhaben:

  1. Grundlagenuntersuchungen, Integration und Verifikation des minimalinvasiven Therapiesystems - Erbe Elektromedizin GmbH
  2. Realisierung, Risikoanalysen und Prototypenbau von Systemkomponenten - DMT Produktentwicklung GmbH
  3. Herstellung von MSC zur Applikation mittels Wasserstrahltechnologie - Eberhard Karls Universität Tübingen

 

Projektsteckbrief

Implantierbarer Kaliumsensor

Die chronische Herzinsuffizienz, bei der die Pumpleistung des Herzens dauerhaft gemindert ist, tritt schätzungsweise bei zwei bis drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung auf, bei über 70- bis 80-Jährigen bei zehn bis 20 Prozent. Die betroffenen Patienten werden meist mit Medikamenten zur Regulation des Wasserhaushaltes im Körper behandelt. Ein Drittel der Patienten hat gleichzeitig eine ungenügende Nierenfunktion (Niereninsuffizienz). Dadurch steigt für diese Patienten das Risiko einer lebensbedrohlichen Änderungen der Kaliumkonzentration im Blut (Kaliumentgleisung), die von den Patienten selbst nicht oder erst sehr spät bemerkt wird.

Einen neuen Sensor für die kontinuierliche Überwachung des Kaliumspiegels im Blut will das Projekt IKas (implantierbarer Kaliumsensor) erarbeiten. Dieses Sensorsystem soll auch den Herzrhythmus überwachen und ist telemedizinisch mit dem Arzt verbunden. Erstmalig würden Daten für die Herz- und Nierenfunktion für eine vorbeugende Behandlung dieser Patientengruppe zur Verfügung stehen und somit die Versorgungsqualität bei Patienten mit Herz- und Niereninsuffizienz nachhaltig zu verbessern.

 

Teilvorhaben:

  1. Integration der Teilkomponenten zum implantierbaren Kaliumsensor - BIOTRONIK SE & Co. KG
  2. AVT Sensormodul und Multiparametersensor - Micro Systems Engineering GmbH
  3. Multifunktionales, stabiles Hydrogel als Rezeptor- und Transducerelement sowie Beiträge zur Integration von weiteren kritischen Komponenten in den Kaliumsens - Universität Duisburg-Essen
  4. Halbleiterschaltungen und verkapselte Sensormodule mittels Atomlagenabscheidung (ALD) - Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
  5. Klinische Studie implantierbarer Kaliumsensoren (ex vivo) und Einbindung in den Versorgungsalltag - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
  6. Erarbeitung eines schaltbaren, intrinsisch konduktiven Sensorfensters für den selektiven Kaliumionentransfer - Universität Leipzig

 

Projektsteckbrief

Autonomie trotz Multimorbidität in Sachsen durch Patientenempowerment, Holistische Versorgung für Ältere mit Vernetzung aller Regionalen Einrichtungen und Dienstleister

Ziel ist die Umsetzung eines ganzheitlichen Versorgungsansatzes, der medizinische, pflegerische sowie soziale Dienstleistungen aus der Region miteinander vernetzt und zukünftig deutschlandweit eingesetzt werden kann. Ein Schwerpunkt von ATMoSPHÄRE ist die Einbeziehung von kognitiv beeinträchtigten Patienten. Diese waren bislang von der telemedizinischen Versorgung ausgeschlossen. Im Rahmen des Vorhabens soll nun untersucht wer-den, wie diese Patientengruppe von dem neuen Versorgungssystem profitieren kann und welche Anpassungen erforderlich sind. Durch die neue IT-Plattform wird auch diese Patientengruppe zukünftig telemedizinisch betreut werden können.

 

Teilvorhaben:

  1. Benutzerinteraktion und Coaching-Techniken für geriatrische und kognitiv eingeschränkte Patienten - Philips Medizin Systeme Böblingen GmbH
  2. Care Coordination Center und soziales Design der Versorgungsprogramme - Deutsches Rotes Kreuz, Mitteldeutsche Hausnotruf und Service gGmbH
  3. Design holistischer Versorgungs- und Coachingprogramme - GeriNet e.V.
  4. Hybride Medizintechnik-Plattform - vital.services GmbH
  5. Nachhaltiges Service Design - Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
  6. Evaluation Plattform und medizinische Leitung Versorgungsprogramm - Technische Universität Dresden
  7. Interventionsprogramm für mehr Alltagsaktivität - TUMAINI Institut für Präventionsmanagement GmbH

 

Projektsteckbrief