Innovation im Fokus

Viele winzige bunte Glassteinchen ergeben ein prachtvolles Mosaik. Auch wir sind überzeugt, dass viele einzelne Geschichten ein beeindruckendes Gesamtbild entstehen lassen. In unserer Rubrik Innovation im Fokus wollen wir das Bild der Medizintechnik im Wandel zeichnen: Wir stellen smarte Strategien, vielversprechende Projekte und „last but not least" Gesichter der Branche in Deutschland vor, die für die Zukunft optimistisch stimmen. Mosaik bedeutet übersetzt übrigens so viel wie: „Den Musen gewidmetes Werk“. Wir widmen diese Rubrik unseren Lesern und wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

Zu allen Geschichten

Schüler der Natur

Inspiriert vom Bohrstachel der Holzwespe: der Sirex Knochenbohrer, den die Gruppe „Bionik und Medizintechnik“ des Fraunhofer IPA entwickelt hat.

Oliver Schwarz und sein Team am Fraunhofer IPA in Stuttgart nutzen Prinzipien aus der Tier- und Pflanzenwelt, um innovative medizintechnische Produkte zu entwickeln. Unternehmen können mit konkreten Problemstellungen an die interdisziplinäre Gruppe „Bionik und Medizintechnik“ herantreten. Doch die Branche tut sich noch schwer damit, den Schatz an Ideen, den die Natur bietet, zu heben.

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Neuartige Implantate sollen das Leben im Alter verbessern

An der Universität Rostock wird an neuartigen Implantaten geforscht, die zur Regeneration von Knochen und Knorpel eingestezt werden sollen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 1270 „ELektrisch Aktive ImplaNtatE – ELAINE“ in den kommenden vier Jahren insgesamt mit elf Millionen Euro. Mit der Sprecherin des interdisziplinären Forschungsverbundes, Professor Ursula van Rienen vom Lehrstuhl Theoretische Elektrotechnik an der Universität Rostock, sprachen wir über neue Ansätze für künftige biomedizinische Implantate.

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Selbst ist die Frau

Doppelte Frauenpower: Nicole Eisenmenger (li.) hat das Reimbursement Institute gegründet. Nadine Giebeler war von Anfang an dabei.

Fallpauschale, Relativgewicht, Basisfallwert, Grenzverweildauer, Investitionsbewertungsrelation – die Begriffsvielfalt, die sich um das Abrechnungssystem in deutschen Krankenhäusern rankt, ist nicht einfach zu durchschauen. Einer, der das gelingt, ist die Kölnerin Nicole Eisenmenger. Vor zwei Jahren hat sie das Reimbursement Institute gegründet und berät Krankenhäuser und Medizintechnikunternehmen bei Fragen zur Rückvergütung bzw. Erstattung von Medizinprodukten.

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Fahrzeugtechniker erobern Medizin

So sehen Sieger aus: Christoph Ptock, Florian Coppers, Alexander Kopp und Kilian Reuß (v.l.n.r.) freuen sich über den Erfolg beim Rice Businessplan-Wettbewerb.

Knochenbrüche heilen oft unter Mithilfe von metallenen Schrauben und Platten, die später entfernt werden. Das Aachener Start-up Medical Magnesium entwickelt resorbierbare Implantate, die sich im Zuge der Knochenheilung selbst auflösen. Eine operative Entfernung der Implantate ist dadurch überflüssig – eine große Erleichterung für die Patienten.

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Spiel mit Reizen und Farben

Er bringt Tumoren zum Leuchten und wandelt Laserlicht erst in Schallwellen und dann in 3D-Bilder um: Der Ingenieur Vasilis Ntziachristos verhilft Medizinern zu besseren Einblicken in den Körper.

Das Forschungsfeld der Optoakustik ist noch jung. Dabei machen Forscher mittels Laserstrahlen und Ultraschall sichtbar, was bislang im Verborgenen liegt. Einer von ihnen ist Vasilis Ntziachristos. Die multispektrale optoakustische Tomografie ist eines seiner Kerngebiete.

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Brückenbauer zwischen zwei Welten

Stefan Jockenhövel hat eine sogenannte Brückenprofessur inne – zwischen dem Institut für Textiltechnik (ITA) und dem Helmholtz Institut für Biomedizinische Technik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen.

Faserverstärkte patienteneigene Herzklappen und Gefäßprothesen könnten schon bald eine riesige Lücke in der Herzchirurgie schließen. Ein Besuch beim Entwickler Professor Dr. Stefan Jockenhövel in Aachen.

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Digital Natives auf dem Weg nach oben

Strahlender Gewinner: Schon 2015 zeichnet sich ab, dass aus der LifeTime-App etwas Größeres werden könnte. Damals nahm Johannes Jacubeit (Mitte) beim App-Contest der Handelskammer Hamburg den ersten Preis für die „Beste App-Idee“ entgegen.

Die beiden Gründer der connected-health.eu GmbH Johannes Jacubeit und Matthias Lau haben sich viel vorgenommen: Mit ihrem Kommunikationssystem LifeTime wollen die digitale Transformation im Gesundheitswesen vorantreiben.

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Die Vermessung des Ichs

Die Quantified-Self-Bewegung in Deutschland wächst und immer mehr Menschen vermessen sich selbst, um fit und gesund zu bleiben. Was bisher ein Hobby für Tech-Begeisterte ist, könnte schon bald die Medizin revolutionieren.

Geräte und Technologien zur Selbstvermessung wie Fitness-Tracker, intelligente Wagen oder Diät-Apps gehören inzwischen zum Alltag vieler Menschen. Die "Quantified Self (QS)"-Bewegung birgt zudem große Potenziale für Gesundheitsvorsorge und Medizin. Pionier der deutschen QS-Bewegung ist Florian Schumacher.

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Neue Stents für verengte Gallenwege

Der Gallengang (in der Darstellung der grüne Schlauch) kann verstopfen oder sich verengen. Mediziner setzen dann Stents ein, damit die Gallenflüssigkeit weiter abfließen kann. Diese müssen allerdings häufig gewechselt werden. Um Patienten operative Eingriffe zu ersparen, arbeiten Rostocker Forscher an neuartigen Stents, die länger im Gallengang bleiben können. KMU-innovativ

Für Menschen mit schweren Gallenerkrankungen sind Gallengang-Stents eine wichtige Behandlungsoption, die nicht selten Leben rettet. Im Projekt „GastroFreeFlow“ entwickeln Wissenschaftler der Uni Rostock gemeinsam mit Industriepartnern jetzt eine neue Generation von Stents, die wesentlich länger halten sollen.

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Vom bewegten Assistenten zum programmierten Operateur

Die Arbeitsgruppe um Dr. Axel Krieger entwickelt am Childrens Medical Center in Alexandria, Virginia den autonom operierenden Medizinroboter STAR. Im Bild von links: Ryan Decker, Axel Krieger, Carolyn Cochenour, Azad Shademan und Justin Opfermann.

Der Markt für Robotertechnologie entwickelt sich rasant. Noch ist der Alltag im Operationssaal vom computergesteuerten autonomen Operieren weit entfernt. In den Laboren werden diese Systeme aber bereits getestet – unter anderem am Children’s National Medical Center in Alexandria. Axel Krieger forscht dort seit 15 Jahren zur Medizinrobotik.

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