InnovationsLOTSE

Von der Idee zum Medizinprodukt

Selektivverträge verhandeln

Was ist das Ergebnis?

  • Ausgehandelter Selektivvertrag

Was ist zu tun?

Über Selektivverträge kann die Erstattung innerhalb der Regelversorgung umgangen und Leistungen auch außerhalb dieser erbracht und vergütet werden. Im Rahmen solcher Selektivverträge gehen einzelne Leistungserbringer – beispielsweise ein Krankenhaus, zugelassene Ärzte, Hersteller von Medizinprodukten – direkt mit der Krankenkasse eine Vertragsbeziehung ein. Dabei wird unter anderem festgelegt, in welcher Höhe das Medizinprodukt vergütet wird. Findet das Medizinprodukt im Rahmen einer Prozedur Verwendung, unterstützt es also den Leistungserbringer, führt dieser auch die Vertragsverhandlungen mit der Krankenkasse. Der Medizinproduktehersteller kann ihn dabei unterstützen. „Ersetzt“ das Medizinprodukt den Leistungserbringer, beispielsweise im Rahmen von telemedizinischen Anwendungen, bietet es sich an, dass der Hersteller selbst mit der Krankenkasse verhandelt. In diesem Fall sollte sich der Hersteller frühzeitig Gedanken über einen potenziellen Vertragspartner (Krankenkasse) machen. Dabei sollte er den Marktanteil der Kasse, die Versichertenstruktur sowie die Ausrichtung der Kasse – fördert sie innovative Konzepte oder agiert sie eher zurückhaltend-konservativ? – berücksichtigen. Von besonderem Interesse für die Kasse ist das gesundheitsökonomische Potenzial der Methode/des Medizinproduktes (inklusive der verwendeten Datenbasis). Zudem sollte sich der Hersteller darüber im Klaren sein, welche Ziele er mit dem Einstieg in einen Selektivvertrag verfolgt. Er sollte diesen dazu nutzen, unter Alltagsbedingungen evidenzbasierte Daten zu generieren, um den zusätzlichen Nutzen seines Produktes für die Patientenversorgung darzustellen. Damit kann er die Aufnahme des Medizinproduktes bzw. des damit zusammenhängenden Verfahrens in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen forcieren. Zudem sollte sich der Hersteller darüber Gedanken machen, ob eine leistungsbezogene Vergütung vorstellbar wäre.

Im Rahmen selektiver Hilfsmittelverträge gibt es zwei verschiedene Vergabeverfahren, die Hersteller regelmäßig im Auge behalten sollten: Zum einen können Krankenkassen über öffentliche Ausschreibungen Verträge mit Leistungserbringern abschließen. Die zweite Möglichkeit besteht darin, Hilfsmittelverträge frei zu verhandeln. Die Krankenkassen geben solche Verhandlungen vorab öffentlich bekannt. Bei Abschluss eines Vertrages haben Versicherte nur Anspruch auf die Versorgung mit Hilfsmitteln von einem Vertragspartner der Krankenkasse. Vertragspartner kann ein Hersteller oder ein Leistungserbringer sein. Geht die Versorgung eines Patienten mit Hilfsmitteln auch mit einem hohen Dienstleistungsanteil einher, wird der Vertrag in der Regel mit Sanitätshäusern geschlossen. In diesem Fall kann eine Herstellergarantie dazu beitragen, das Interesse der Sanitätshäuser an dem Medizinprodukt zu steigern.

Wer ist zuständig?

  • Interne Rolle Market Access
    Verhandlung bzw. Unterstützung der Verhandlung mit dem Kostenträger
  • Externe Rolle Leistungserbringer
    Verhandlung mit dem Kostenträger

Was sind kritische Erfolgsfaktoren?

  • Einschreibung des Patienten in IV notwendig
  • Garantien für Leistungserbringer (Sanitätshäuser, Orthopädietechnikhäuser)