InnovationsLOTSE

Von der Idee zum Medizinprodukt

Ambulante Vergütung prüfen

Im ambulanten Bereich gilt das Verbot mit Erlaubnisvorbehalt. Eine Vergütung zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erfolgt also erst dann, wenn eine medizinische Leistung in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen wurde. Darüber entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als Einrichtung der Selbstverwaltung. Dafür kann er vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine Stellungnahme zu Nutzen und Risiken des Produktes bzw. des damit zusammenhängenden Verfahrens anfordern.

Dr. Olaf Pirk

Olaf Pirk Consult

Herausforderungen

  • Aufgrund des Erlaubnisvorbehalts im ambulanten Sektor muss gründlich geprüft werden, ob für das Produkt bereits eine solche Erlaubnis vorliegt. Dies kann im Leistungskatalog, also im Einheitlichen Bewertungsmaßstab bzw. im Hilfsmittelverzeichnis, oder ggf. auch bei den Praxisbesonderheiten der Fall sein.
  • Dazu gibt es noch den Selbstzahlerbereich. Hier werden Leistungen durch die private Krankenversicherung oder als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) durch den Patienten vergütet. Hier sollte dafür gesorgt werden, dass das Produkt in den IGeL-Katalog aufgenommen wird, um eine Abrechnung durch Leistungserbringer zu erleichtern.
  • Zur Erlangung der Erlaubnis durch den G-BA kann der Hersteller eine Potenzialbewertung nach §137f beim G-BA beantragen, allerdings mit schwer absehbaren Erfolgsaussichten. Alternativ kann dies auch indirekt über die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) geschehen. Leistungserbringer haben nämlich die Möglichkeit, über den KBV-Innovationsservice die Aufnahme einer Leistung beim G-BA zu beantragen.