InnovationsLOTSE

Von der Idee zum Medizinprodukt

Stationäre Vergütung prüfen

Im Krankenhaus gilt die Regel „Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt“, das heißt innovative Medizinprodukte können eingesetzt werden, sofern sie eine CE-Zertifizierung aufweisen und es keine anderweitigen Regelungen gibt, die dem entgegenstehen. Gibt es für das Produkt bzw. die Methode, in deren Rahmen es eingesetzt wird, noch keine Fallpauschale im DRG-Katalog des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), kann der Leistungserbringer, der das Produkt einsetzen möchte, einen Antrag auf eine Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode (NUB) stellen. Im Rahmen der jährlichen Aktualisierung des DRG-Katalogs kann das Produkt bzw. die damit zusammenhängende Methode in die Vergütung durch die GKV aufgenommen werden.

Prof. Dr. Frank-Ulrich Fricke

Zentrum für Gesundheitsökonomie Neumarkt, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Herausforderungen

  • Durch den Verbotsverbehalt im stationären Sektor kann eine neue Methode mit bestehenden Fallpauschalen abgerechnet werden – dies ist allerdings häufig für die Krankenhäuser finanziell nicht attraktiv und auch nicht ausreichend.
  • Der Weg in die Erstattung im stationären Bereich führt über eine Neue Untersuchung- und Behandlungsmethode (NUB). Diesen Antrag stellt das Krankenhaus beim Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Auf diese Weise kann ein Zusatzentgelt für die Methode vereinbart werden.
  • Der entscheidende Erfolgsfaktor für jede neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode sind die klinischen Daten, die den Nutzen der neuen Methode oder des neuen Verfahrens im Unterschied zu bisher eingesetzten Verfahren darstellen. Im deutschen Gesundheitswesen wird den Nutzen typischerweise in patientenrelevanten Größen dargestellt (z. B. Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen), gerade auch im Vergleich zu bestehenden Verfahren.